FFRM - Förderverein Flensburg Regional Marketing

 

Projekte — Rating — Rating, ein Überblick

Einleitung | Rating | Checks | Verbesserung | Ansprechpartner | Links

- Externes Rating
- Internes Rating
- Inhalt und Aufbau des internen Ratings
- Vorbereitung auf ein Rating - Was ist zu tun?
- Rating heißt auch Chancen nutzen

Externes Rating
Seit vielen Jahren sind vor allem die Noten von sogenannten externen Ratingagenturen bekannt. Sie bewerten Unternehmen, die sich durch die Ausgabe von Aktien oder Wertpapieren an den Kapitalmärkten finanziert haben. Zu den bekanntesten Ratingagenturen gehören Standard & Poor's oder Moody's. Hier werden Sie als potenzieller Käufer eines Wertpapiers über die Bonität des einzelnen Wertpapiers oder des ganzen Unternehmens informiert. So wird zum Beispiel Daimler-Chrysler in 2002 mit einem BBB+ von Standard & Poor's bewertet. Dabei ist AAA die beste Ratingnote, gefolgt von AA, A, BBB, BB, B bis hin zu C. Diese Bonitätsnote soll Ihnen als Anleger einen Eindruck darüber verschaffen, wie sicher ihre finanzielle Investition ist oder wie stark ausfallgefährdet sie ist.

Ein solches Rating macht für die meisten mittelständischen Unternehmen wenig Sinn.

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Internes Rating
Für diesen Bereich finden die internen Ratingverfahren der Kreditinstitute Anwendung.

Diese Verfahren dienen der Ermittlung der gesetzlichen Eigenkapitalanforderungen nach Basel II sowie als Hilfestellung für die Kreditgewährung, die Konditionsgestaltung und die interne Kreditrisikobetrachtung.

Beim internen Rating beurteilen die Kreditinstitute die Bonität ausschließlich ihrer eigenen Kunden. Sie greifen dabei hauptsächlich auf Informationen und Erkenntnisse aus der bisherigen Geschäftsführung zurück. Außerdem ist ein erfolgreicher Ratingprozess abhängig von der Mitarbeit des Unternehmers, der wichtige Informationen für sein Kreditinstitut zur Verfügung stellen kann.

Es geht hier nicht darum, Kreditwünsche der Kunden abzulehnen. Vielmehr verfolgt das interne Rating mehrere Ziele:

  • Abbildung einer Bonitätsaussage für jeden Kunden,
  • deutliche Abgrenzung zwischen wirtschaftlich gesunden und insolvenzgefährdeten Unternehmen,
  • Ableitung einer Ausfallwahrscheinlichkeit für jede Ratingklasse
  • frühzeitige Risikoerkennung mit dem Ziel der systematischen Gegensteuerung.

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Inhalt und Aufbau des internen Ratings
Das Rating soll zu jedem Firmenkunden eine Bonitätsaussage treffen.Für das Ratingergebnis sind bei allen Kreditinstituten im wesentlichen folgende Faktoren maßgeblich:

Finanzrating
Das Finanzrating basiert auf dem Jahresabschluß - also Bilanz nebst Gewinn- und Verlustrechnung, Anhang und Lagebericht - des Kunden. Bei Kunden mit freiberuflicher Tätigkeit wird alternativ die Einnahme-Überschuss-Rechnung nach den Vorschriften des Steuerrechts herangezogen. Das Ratingverfahren untersucht nun die aus dem Jahresabschluss abgeleiteten betriebs- und finanzwirtschaft-
lichen Kennzahlen aus den drei Bereichen der Ertragslage (z. B. Rentabilität, Cash-flow, Aufwandsstrukturen), der Vermögenslage (Eigenkapitalquote, Fremdkapitalstruktur) und der Finanzlage (Liquidität, Lagerdauer).

Qualitatives Rating
Beim qualitativen Rating fließen die Faktoren jenseits der Bilanz in den Bewertungsprozess ein. Mit zunehmender Größe des Unternehmens nimmt dabei der Umfang und die Qualität sukzessive zu.

Typische qualitative Erfolgsfaktoren für Firmenkunden sind:

  • Ergebnisplanung
  • Finanzplanung
  • Kontoführung im Rahmen der Vereinbarung
  • Controlling
  • Vertrieb
  • Marketing
  • Sicherstellung der Nachfolgeregelung
  • Marktstellung
  • Produkt-/Dienstleistungsgeschäft
  • Einkauf
  • Lagerhaltung
  • Produktion

Warnsignale
Bei Warnsignalen kommt es zu Ratingabstufungen. Warnsignale treten naturgemäß zeitlich erst sehr kurz vor einer Unternehmenskrise auf. Typische Warnsignale sind die Dauerüberziehung, die Kontopfändung, Scheckrückgaben mangels Kontodeckung und nicht bezahlte Darlehensraten sowie andere.

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Vorbereitung auf ein Rating - Was ist zu tun?
"Basel II", die Anforderungen der deutschen Bankenaufsicht und das immer weiter zunehmende Risikomanagement der Sparkassen und Banken lassen das Rating zu einem unverzichtbaren Instrument im Kreditgeschäft werden. Für Sie als Unternehmer bedeutet diese Entwicklung, dass bei jeder neuen Finanzierung und auch bei jeder laufenden Bonitätsprüfung seitens der Banken und Sparkassen ein neues, auf aktuellen Daten basierendes Rating erstellt wird. Was können Sie also tun, um sich auf diese Situation vorzubereiten und auch ihr Rating positiv zu beeinflussen?

Erfolgsfaktor 1: Vertrauensverhältnis zwischen Unternehmen und Hausbank
Je aktueller und detaillierter die Informationen sind, umso genauer und besser ist auch das Rating. Eine offene Informationspolititk des Unternehmers über seine Produkte, die Wettbewerber, die Unternehmensstrategie - also ein regelmäßiger Dialog zwischen Unternehmer und Firmenkundenberater - ist daher sehr wichtig. Er stellt auch die Grundlage für ein beidseitiges Vertrauensverhältnis dar.

Erfolgsfaktor 2: professionelle Unternehmensführung
Ein gutes Unternehmen wird auch immer ein gutes Rating erhalten!

Beim Rating wird das Unternehmen ganzheitlich betrachtet, es findet eine systematische Stärken- und Schwächen-Analyse statt.

Die beste Vorbereitung auf ein Rating ist damit eine professionelle, auf ganzheitliche Optimierung ausgerichtete Unternehmenssteuerung, da diese automatisch zu einer Verbesserung der Ratingeinschätzung führt. Eine professionelle Rechnungslegung, ein funktionierendes Controlling und eine nachvollziehbare mittelfristige Planung werden künftig unerlässlich sein.

Erfolgsfaktor 3: Liquiditätsplanung und Kontodisposition
Die Kontoführung und die Rückzahlung von Darlehen sind wesentliche Parameter für die Beurteilung der Liquiditätssituation. So können Kontoüberziehungen und Darlehensrückstände zu einer Verschlechterung der Ratingnote führen. Dies kann nur von dem Unternehmer selbst beeinflusst werden, indem die vereinbarten
Kreditlinien und Absprachen mit der Hausbank eingehalten werden.

Erfolgsfaktor 4: Ihre eigene Vorbereitung auf das Gespräch mit der Hausbank
Das Ratingergebnis hängt in hohem Maße von den Informationen und Unterlagen ab, die vom Unternehmer zur Verfügung gestellt werden. Das bedeutet aber auch, dass Informationsdefizite das Ratingergebnis negativ beeinflussen.

Vor einem Gespräch mit der Hausbank sollten Sie sich deshalb auf die Fragenkomplexe der einzelnen Bereiche im Ratingprozess vorbereiten.

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Rating heißt auch Chancen nutzen

  • Rating macht die Finanzierung transparenter
  • Rating ist ein Beratungsangebot
  • Rating ist ein Managementinstrument
  • Rating macht die Konditionen fairer

Verstehen Sie Rating als eine Chance. Deshalb einige Tipps für eine erfolgreiche Zusammenarbeit mit Ihrer Hausbank:

  • Eine offene Informationspolitik zwischen Unternehmer und Hausbank bildet die Basis für einen konstruktiven Ratingprozess. Dabei muss es sich um einen ständigen und regelmäßigen Austausch handeln.
  • Jede Sparkasse oder Bank benötigt bestimmte Unterlagen und Informationen für eine Kreditentscheidung. Gehen Sie rechtzeitig vor einem Kreditwunsch auf Ihren Berater zu und informieren Sie sich über benötigte Daten.
  • Auch für die laufende Bonitätsprüfung - und damit für ein regelmäßiges Rating - werden Informationen benötigt. Stimmen Sie sich mit Ihrem Kundenberater ab, welche Unterlagen einzureichen sind - und in welchem Rhythmus.
  • Informieren Sie Ihren Berater über Ihre Erfolge, verschweigen Sie aber auch nicht die Misserfolge. Schwierigkeiten werden so oder so sichtbar, sei es in der Bilanz oder in der Kontendisposition. Offen über Probleme zu reden, schafft Vertrauen und gibt Ihrem Berater die Möglichkeit mit Ihnen gemeinsam an der Problemlösung zu arbeiten.
  • Überprüfen Sie Ihre Kreditlinien auf eine ausreichende Liquiditätsvorsorge, um unnötige Überziehungen zu vermeiden. Bei kurzfristigen Liquiditätsengpässen stimmen Sie sich rechtzeitig mit Ihrem Berater ab.

Zukünftig ist ein gutes Rating die Grundvoraussetzung für bessere Konditionen. Von dieser Chance werden diejenigen Kunden und Unternehmen profitieren, die auf einer gesunden wirtschaftlichen Basis agieren.

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